Sahlassan

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Auf "Streit`s Karte" steht über das Dorf Sahlassan geschrieben:
"Es kommt schon in einer Urkunde von 1244 vor, wo es der Markgraf Heinrich der Erlauchte dem Stift Meißen schenkte. Es ist zum Bicariat St. Nicolai gehörig und hat 12 Hufen:". 1282 verkaufte Bischof Ludolf von Naumburg der Meißener Domkirche
12 1/2 Hufen in Sahlassan bei Strehla (Original: Zalazen iuxtra Ztrelis).

Damit ist Sahlassan schon über 700 Jahre alt.

 

Die Schule
In einem Schriftstück des Oschatzer Superintendenten D. Strohbach lesen wir:
"Hochwohlehrenwürdiger Herr, Hochgeliebter Bruder!

 

Ich habe Christian von Görzig schon neulich tendiert, er ist ja sehr jung, weil er aber von der Gemeinde verlangt wird . . . , so lasse ich mir es auch gefallen, daß er die Kinder zu Sahlsan, wo sonst auch ein Kinderlehrer gestanden, informieren (unterrichten) möge . . . " Damit ist gezeigt, dass schon vor dieser Zeit ein Lehrer die Kinder in Sahlassan unterrichtet hat, ja dass schon Jahre davor ein Lehrer da war.

 

Die Schulform war in vielen Dörfern die gleiche. Es handelte sich dabei um sogenannte Reihen- und Wandelschulen. Auch in Leckwitz wurde so unterrichtet. Dabei ging der Lehrer reihum in die Häuser der Eltern schulfähiger Kinder. Für jedes Kind bekam der Lehrer ein Gehalt von 6 Pfennigen, freie Kost und Wohnung sowie eine unentgeltliche Reinigung seiner Kleidung. Die größeren Kinder konnten aber auch die Schule zu Strehla besuchen. Verständlich, dass die Lehrer in Strehla die beiden Schulen mit Argwohn beobachteten, entging ihnen doch das Schulgeld.

 

Durch das Volksschulgesetz in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Dorfschulen reformiert. Die Reihen- und Wandelschulen wurden aufgehoben. An ihre Stelle trat die Vereinsschule zu Sahlassan. Der Unterricht fand nun in Sahlassan statt, die Schule in Leckwitz war zu. Den beiden Gemeinden wurde aufgetragen, in Sahlassan ein Schulgebäude zu bauen.

 

Dieser Schulbau ist am 22.12. 1837 vollendet. Doch der Gemeinderat von Leckwitz weigert sich, die Kinder in die Sahlassaner Schule zu schicken, solange der Weg dahin nicht instand gesetzt würde. Der Schulweg wird gebaut und


am 10. Mai 1838 wird die Schule mit den Leckwitzer Schulkindern eingeweiht. 1890 werden neue Fenster und ein neuer Ofen eingesetzt.

 

Das Schulgeld beträgt 1890 für das 1. Kind 3M60, für das 2. Kind 2M40, ab 3. Kind frei.

 

1892 bekommt der Lehrer ein Jahresgehalt von 1.000 Mark.


1894/95 werden die Toiletten umgebaut.
1898 erfolgt der Brunnenbau. 1902 Ausbau des Seitengebäudes.

 

Am 23.01.1904 wird der Turnunterricht eingeführt. 1907 ordnet die königliche Bezirksschulinspektion den Neubau eines Schulgebäudes mit Baubeginn vom 1. 10. 1908 bis 30.09. 1909 an.

Am 18. Juni 1909 erhält Emil Obenaus den Zuschlag, für 9.688,87 Mark die neue Schule zu bauen.
Dafür nahm die Gemeinde 9.000 Mark Kredit zu 5 % tilgbar auf 42 Jahre auf.

1911 wird aus dem alten Schulgebäude ein Wohnhaus. 1913 erhält es elektrischen Anschluß. Ostern 1913 wird in der Schule das Mädchenturnen eingeführt. 1952 wird die Schule in Sahlassan aufgelöst und alle Kinder gehen nach Strehla.

 

Das Schulgebäude wurde später als Konsum-Verkaufsstelle genutzt und in den 90er Jahren zu einem schönen "Dorfzentrum" umgebaut, wo die Sahlassaner Versammlungen abhalten und Familienfeiern durchführen.

 

Heute ist Sahlassan ein Ortsteil der Gemeinde Liebschützberg und hatte am 31.12.2018 laut Einwohnerstatistik 108 Einwohner.