Geschichte

Das Gemeindegebiet südlich der Dahlener Heide war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Im 6. Jahrhundert wanderte der slawischen Stamm der Daleminzier ein. Diese bildeten organisatorisch den Gau Daleminze. Die Daleminzier werden auch als Sorben bezeichnet.

 

Der wettinische König Heinrich I. besiegte 922 und 926 die Sorben und brachte deutsche Siedler ins Land um seine Herrschaft zu festigen. Die deutschen Eroberer behielten die vorhandene Siedlungsstruktur weitgehend bei und setzten sich in diesem Raum fest. Später wurde das Gebiet dem Marktgrafen von Meißen unterstellt.

 

Im 13. Jahrhundert herrschten mehrfach größere Hungersnöte, im 14. Jahrhundert traten hier auch Pestepedemien auf. Im 15. Jahrhundert richteten die Hussitenkriege in der Gegend um Oschatz große Verwüstungen an.

 

Die einzelnen Siedlungen sind meist slawisch/sorbischen Ursprunges und werden durch auch heute noch sichtbare Rittergüter und dominierende Dreiseitenhöfe geprägt.

 

Wie schon erwähnt waren die Daleminzier die ersten Hauptbewohner in unserer Gegend. Sie legten in den sumpfigen Niederungen der Döllnitz Wasserburgen an, wobei die in Canitz und Borna gelegenen zu den ältesten zählen. Zu dieser Burg mit dem dazugehörigen Rittergut gehörten die Ortschaften Clanzschwitz, Laas, Schönnewitz, Terpitz und Zaußwitz. Die Burg brannte völlig nieder und wurde erst 1677 durch den Besitzer A.H. Starschädel wieder aufgebaut. 1877 wurde das Rittergut bis auf die Grundmauern niedergebrannt, um sie unter dem Bauherrn Herr von Byern im zeitgenössischem Stil wieder zu errichten. Heute wird das Schloß als Kinderheim und die Villa als Gemeindeverwaltung genutzt.

 

Ein weiteres Rittergut befand sich in Wellerswalde, wozu auch die Dörfer von Liebschütz, Gaunitz, Leisnitz und Klötitz gehörten. Leider wurde das Schloß des Rittergutes im Jahr 1945 gesprengt. An das Rittergut erinnert heute noch die alte Mauer und die Brücke im Dorfkern, sowie das über der Kirchentür angebrachte Wappen der Besitzer.

 

Auch in Bornitz befand sich ein Rittergut, welches ab 1200 Herrensitz war. Dieses wunderschöne Schloß wurde 1947 abgerissen.

 

Wesentliche Bedeutung für die Region hatte schon seit dem Mittelalter eine Handelsstraße, die aus dem Thüringer Raum kommend über Halle und Leipzig verlief, den Liebschützberg und die Strehlaer Elbfurt querte und von dort über Großenhain und  Görlitz in polnische Gebiete führte. Wegen des wichtigen Salzhandels wird sie in unserer Gegend noch heute „Alte Salzstraße“ genannt. Zugleich war sie ein Zweig der „Hohen Straße“.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts war dieser Zweig ein verbotener „Schleiffweg“, während die durch eine Elbfurt bei Merschwitz (nördlich Meißen) verlaufende Konkurrenz-Trasse über Oschatz und Großenhain amtlicherseits als „ordentliche“ Straße („Hohe Straße“) galt.


Dieses Kulturdenkmal ersten Ranges muss unter Schutz gestellt werden!

 

Bei der Gemeindereform am 01.01.1994 schlossen sich die Gemeinden Gaunitz und Wellerswalde (mit Leisnitz), sowie die Gemeinde Laas (mit Klötitz, Leckwitz und Sahlassan) zur Gemeinde Liebschützberg zusammen.


Am 01.01.1997 vereinigten sich die Gemeinden Borna und Liebschützberg zur heutigen Gemeinde Liebschützberg mit seinen insgesamt 17 Ortsteilen. Am 31.12.2018 hat die Gemeinde lt. Einwohnerstatistik 2942 Einwohner.